Friedenskirche in Schweidnitz und kath. Pfarrkirche (Schweidnitzer Dom)

Die Friedenskirche in Schweidnitz, erbaut nach dem 30-jährigen Kriege.
Der Kaiser hatte bestimmt, daß diese Kirche aus nichts anderem als nur aus Holz gebaut werden dürfe und daß dazu auch nicht ein einziger Nagel verwendet werden dürfe. Mit dieser Verfügung, so meinte er, würde es mit dem Glauben der Evangelischen bald ein Ende haben. Doch er hatte sich gründlich getäuscht: Was da entstanden war, gehört heute zum Weltkulturerbe. Es wurde eine Kirche mit 4000 Sitzplätzen und 3000 Stehplätzen, also mit insgesamt 7000 Plätzen!

Die katholische Pfarrkirche Schweidnitz, jetzt sogar Bischofssitz, also der Schweidnitzer Dom, aus dem 14. Jh., mit dem höchsten Kirchturm Schlesiens (103 m)
Ursprünglich im gotischen Stil erbaut, wurde die Kirche im 17. Jh. von den Jesuiten üppig barockisiert. Der Laienbruder Johannes Riedel, der auch im böhmischen Kuttenberg das Chorgestühl für die katholische Kirche geschnitzt hat, schuf hier in Schweidnitz für die Kirche die prächtige Krippe mit 3/4-lebensgroßen Figuren. Bewundern kann man dieses Kunstwerk im linken Seitenschiff. Sowohl von der Friedenskirche als auch von der katholischen Stadtpfarrkirche besitze ich genaueste Beschreibungen.

 

Sehenswerte Kirchen in Schlesien - Kirche Wang in Brückenberg

Friedenskirche Jauer (von Penkendorf ca. 42 km ) Auch Jauer besitzt eine Friedenskirche, von der manche behaupten, sie sei sogar noch etwas schöner als die Schweidnitzer. Empfehlenswert ist auch ein Rundgang um das Rathaus mit den Laubenhäusern am Ring sowie ein Besuch der kath. Stadtpfarrkirche St. Martin, in der nach 1945 gotische Wandmalereien freigelegt wurden.

Pfarrkirche St. Maria Schmiedeberg
In Schmiedeberg ist die spätgotische katholische Pfarrkirche St. Maria interessant, bei der in einem Deckengemälde und lateinischer Inschrift der polnische Überfall auf Oberschlesien nach dem I. Weltkrieg dargestellt ist.
Kein Schlesien-Urlauber sollte es versäumen, den Schmiedeberger Miniaturenpark zu besuchen, in dem die wichtigsten Schlösser und Burgen des Schlesierlandes gezeigt werden.

Die Kirche Wang in Brückenberg
ist ein Musterbeispiel für den schlesischen Denkmalsschutz schon im 19.Jahrhundert. König Friedrich Wilhelm IV. hatte sie in Norwegen gekauft, zerlegen lassen und durch Vermittlung der Gräfin von Reden in Brückenberg wieder aufstellen lassen.
Der Touristen-Andrang wollte es, daß im Juli 1989 eine Omnibusgruppe aus der Russen-Zone (sog. „DDR“) mit unserer Omnibusgruppe aus der BRD gleichzeitig in die kleine Kirche eingelassen wurde. Die Gunst der Stunde einer gesamtdeutschen Begegnung nutzend, ergriff ich das Wort und bat alle anwesenden Deutschen, mit mir in das Dankeslied einzustimmen „Großer Gott, wir loben Dich“. Unter lautstarkem Protest verließen sofort einige Kommunisten das Gotteshaus. Doch schon 5 Monate später fiel die Mauer, und der rote Sozialismus war am Ende

Bilder Jakobikirche (1) Annakirche (2) Zobten - Friedenskirche in Schweidnitz (3-5)

Bedeutende Klöster in Schlesien - berühmte Klosteranlagen Kloster Grüssau

Das Kloster Grüssau ( von Penkendorf ca. 48 km )
mit seiner berühmten Barock-Kirche St. Maria und der gleich nebenan stehenden Josefskirche wurde bald zum religiös-kulturellen Mittelpunkt der schlesischen Katholiken. Gewaltig ist der Orgelprospekt in der Marienkirche. 1910 entstanden hier die bekannten Grüssauer Marienrufe „Mutter Gottes, wir rufen zu Dir“, die jeder Katholik von den Maiandachten her kennt.

Das Kloster Heinrichau ( von Penkendorf ca. 55 km )
ist historisch eng verbunden mit Leubus und Grüssau. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist der älteste erhaltene Zisterzienserbau in Schlesien. Reiche Altäre und Gemälde sowie ein überaus kostbares Chorgestühl zieren ihr Inneres.

Das Kloster Leubus ( von Penkendorf ca. 52 km )
ist das größte und älteste Kloster von ganz Schlesien, liegt direkt an der Oder und wurde 1163 durch Zisterziensermönche aus Pforta an der Saale in Thüringen gegründet. Besonders sehenswert ist der Fürstensaal. Er stellt die Vergöttlichung des Hauses Habsburg dar. Seit der Säkularisierung bis zum Ende des II. Weltkrieges wurden die Klostergebäude als Irrenanstalt genutzt. Der schlesische Mundartdichter Ernst Schenke hat Gedanken an diese Anstalt in seiner köstlichen Mundartgeschichte „Spiegel, Spiegel onn derr Wand“ verarbeitet.

Kloster Trebnitz liegt nur 24 km nördlich von Breslau.
Hier hat die Heilige Hedwig gewirkt, die Schutzpatronin Schlesiens. Einen Besuch des Klosters sollte sich niemand entgehen lassen. Hedwig wurde in Kitzingen in Bayern erzogen, stammte aus dem Hause Andechs-Meran und heiratete 1186 als Zwölfjährige den Herzog Heinrich I. von Schlesien. Nach der Hochzeit am Ammersee, an der auch der Bischof von Würzburg teilnahm, zog sie nach Schlesien und gründete dort im Jahre 1202 das Kloster Trebnitz, wobei umgerechnet ca. 300 000 Euro aus der Mitgift Hedwigs einflossen. Die Väter des Ehepaares hatten sich während eines Kreuzzuges in Norditalien kennengelernt und die Heirat ihrer Kinder beschlossen. So war das damals.
…Schwester Justine, eine heimatverbliebene Deutsche, war 13 Jahre lang Oberin im Kloster Trebnitz. Bei einer Führung durch das Kloster besticht ihr geballtes Wissen über das Leben der Hl. Hedwig.Schwester Justine hielt bei uns in Bayern den Festvortrag bei der 60-Jahrfeier der Landsmannschaft Schlesien, Kreisgruppe Cham, im Jahre 2010…Enge klösterliche Beziehungen werden noch heute gepflegt zwischen dem Kloster Trebnitz und dem Kloster Seligenthal bei Landshut in Bayern.

Beliebte Wallfahrtsorte in Schlesien - Sehenswerte Wallfahrtskirchen

Wallfahrtsort Wartha (von Penkendorf ca. 58 km )
ist noch heute ein bedeutender Wallfahrtsort. In der Kirche befindet sich die älteste schlesische Holzplastik, eine thronende Muttergottes, die das Christuskind mit segnendem Arm auf dem linken Knie hält. Ein überaus üppiges schmiedeeisernes Gitter, das Hochaltarbild „Mariä Heimsuchung“ sowie ein sagenhaft reicher Orgelprospekt sind im Inneren zu bestaunen. Die steinerne Neißebrücke stammt aus dem 15. Jahrhundert. Auch lohnt sich ein Aufstieg auf den Kreuzberg, von wo aus man einen atemberaubenden Ausblick genießen kann auf die Stadt und die Glatzer Neiße.

Wallfahrtsort Albendorf ( von Penkendorf ca. 55 km )
wird auch das Schlesische Jerusalem genannt und ist ebenfalls ein berühmter Wallfahrtsort, am Fuße der Heuscheuer gelegen, wo es auch lohnende Wanderwege gibt. 33 Stufen, entsprechend den Lebensjahren Jesu Christi, führen zur Wallfahrtskirche hinauf. Daniel Pascharius von Osterberg war von 2 Reisen nach Jerusalem so begeistert, daß er Albendorf nach dem Plan der Heiligen Stadt ausbauen ließ mit 12 Toren, Golgatha, Heiligem Grab und allen Erinnerungsstätten Jerusalems.