Urlaub in Schlesien mit Städtereisen - Stadt Breslau mit Dom

 

Breslau (von Penkendorf ca. 45 km )
Für die schlesische Landeshauptstadt sollte man sich mindestens 4 Tage Zeit nehmen, um wenigstens einigermaßen das Wichtigste anzuschauen.
Nicht versäumt werden sollte auch ein Besuch beim Deutschen Freundschaftskreis in der Güntherstr. 12, wo „Der singende Tierarzt von Penkendorf“ seit 1991 Mitglied ist.
Das Buch „Alt-Breslau in Sage und Bild“ von Dieter-Lienhard Döring ist leider nicht mehr im Handel erhältlich. Der Hausherr kann aber einen Nachdruck besorgen. Sehr empfehlenswert. Ein Reiseführer „Breslau und Umgebung“ ist in unserem Hause natürlich auch vorhanden.

Löwenberg ( von Penkendorf ca. 85 km )
ist bekannt durch seinen Bunzlauer und seinen Laubaner Torturm. Das Rathaus am Ring ist noch vollständig erhalten. In einer Mauernische am Ende desselben kann man im 1. Stock das Wappentier der Stadt sehen, den Löwen. Die dazugehörige Inschrift lautet „Justus quasi Leo“ (=Gerecht wie ein Löwe). Ein Stück der Stadtmauer ist noch völlig erhalten.

Neumarkt ( von Penkendorf ca. 40 km )
ist die Kreisstadt, zu der Ossig gehört, wo ich am 26. April 1942 geboren bin. Viele Städte in Schlesien wurden nach dem Neumarkter Recht gegründet. Am Ring steht der Neumarkter Roland, ein Zeichen für die Selbstverwaltung der Stadt und für ihre Bedeutung als Marktort. Ein bekannter Neumarkter ist der Erfinder des Hörspiels.
Friedrich Bischoff, er war Intendant des Senders Breslau und nach der Vertreibung Intendant des Südwestfunks Baden-Baden.
Interessant sind die katholische St. Andreaskirche,das frühere Franziskanerkloster mit der Franziskanerkirche, das Neumarkter Rathaus, die St. Andreaskirche und die kleine Marienkirche. Interessante Bücher über den Stadt- und Landkreis Neumarkt hat mein Ossiger Landsmann Ludwig Hartmann geschrieben. Bei ihm sind sie noch erhältlich.(Tel.: 0511/784032).
Erst vor ein paar Jahren fanden die Polen bei Aushubarbeiten in Neumarkt einen umfangreichen Goldschatz aus der Zeit Karls IV. Diesen sagenhaften Schatz kann man im Neumarkter Stadtmuseum jetzt besichtigen.

Bilder Städtereisen in Schlesien - Johannesbad in Böhmen ...

Städteurlaub Mittelschlesien - Münsterberg, Patschkau, Neisse und Oels

Münsterberg ( von Penkendorf ca. 60 km )
liegt am rechten Ufer der Ohle. Von seinen ursprünglich 5 Toren ( Patschkauer-, Breslauer-, Burg-, Neisser- und Webertor .) ist bis heute nur noch das Patschkauer Tor übrig. Anschauen sollte man sich den Ring mit dem neubarocken Rathaus, die alte Chorschule von 1565 , ein herrlicher Renaissancebau mit Sgraffito-Putz in den Flächen des Treppengiebels, die Stadtpfarrkirche St. Maria und Georg, die frühere evangelische Kirche ( jetzt Turnhalle ) mit ihrem sonderbaren Rundturm und die ehemalige Klosterkirche Peter und Paul.
Einer der schlimmsten Kriminalfälle Deutschlands spielte sich 1924 hier im schlesischen Münsterberg ab: Ein 54-jähriger Junggeselle namens Denke, von Beruf Fleischer und allgemein als gutmütig und fromm angesehen, hatte jahrelang Landstreicher in seine Wohnung gelockt und mit seinem Beil erschlagen. Insgesamt hatte er 30 Morde begangen. Die Opfer zerlegte er, pökelte sie ein,verspeiste sie entweder selber oder verkaufte sie als Wurstwaren. Angeblich soll ein in einer Wurst gefundener Fingerring den Massenmörder verraten haben. Bald darauf machte ein Lied mit folgendem Text in ganz Deutschland die Runde : „Warte, warte nur ein Weilchen-bald kommt Denke auch zu Dir-mit dem kurzen Hackebeilchen-macht er Knoblichwurscht aus Dir“

Patschkau ( von Penkendorf ca. 60 km )
wurde im späten Mittelalter eine der reichsten Städte Schlesiens. Durch einen Erlaß des Breslauer Bischofs brauchten nämlich die Patschkauer Bürger bis ins 19. Jahrhundert keine Steuern zu zahlen und erhielten auch noch kostenlos Brennholz für ihre Haushalte. Sehenswert sind der Breslauer Torturm, das Neisser Tor, die Pfarrkirche St. Johannis (eher einer Burg als einer Kirche ähnlich ), der Glatzer Torturm und das Rathaus mit dem Ring. Etwa 7 km südöstlich von Patschkau liegt das Dorf Gesäß, auch Geseß geschrieben. Wollte ein Schlesier das berühmte L.m.a.A. ausdrücken, dann sagte er nur ganz einfach: „Besuch mich bei Potschke!“

Neisse ( von Penkendorf ca. 80 km )
wurde 1221 durch das Bistum Breslau als deutsche Stadt mit flämischem Recht gegründet. Neisse nennt man auch „Das schlesische Rom“. Sehenswert sind „Der Schöne Brunnen“ von 1686 in der Breslauer Straße, die spätgotische kath. Stadtpfarrkirche St. Jakobus und die Franziskanerkirche, die durch Schenkung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelms III. 1813 evangelisch wurde. Aus Neiße stammen der bekannte Fernsehtierarzt und Direktor des Frankfurter Zoos Prof.Dr. Bernhard Grzimek und der Biochemiker Prof.Dr. Konrad Bloch, der 1964 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Oels ( von Penkendorf ca. 68 km )
ist eine Stadt, bei der man schon von weitem die Silhouette erkennen kann mit dem Schloßturm, dem Turm der Schloßkirche St. Johannes, dem Rathausturm, dem Turm der kath. Kirche und der Propsteikirche. Das Breslauer Tor hieß in ganz früher Zeit „Trebnitzer Tor“ und war eines der 4 Tore der Stadtmauer. Herzog Johann von Münsterberg baute 1560 die Burg von Oels in ein herrliches Renaissanceschloß um und schuf den „Witwenbau“. Dieses Schloß überstand den Krieg ohne Schaden und zählt zu den schönsten Renaissancebauten Schlesiens. Es steht auf einem nach 3 Seiten abfallenden Hügel

Reichenbach ( von Penkendorf ca. 25 km )
liegt am Fuße des Eulengebirges. Hier, im Kreise Reichenbach, wohnt meine Mitarbeiterin Viktoria, und zwar in Dorotheenthal, was zum Dorf Peiskersdorf und dieses wiederum zur Gemeinde Peterswaldau gehört. Reichenbach wurde um 1230 wahrscheinlich von Leinewebern und Tuchmachern gegründet, die aus Reichenbach im Vogtland hier siedelten. Es hat eine kath. Pfarrkirche St. Georg und eine ev. Kirche, die nach Plänen des berühmten Baumeisters Carl Gotthard Langhans 1798 erbaut wurde. Im Jahre 1844 kam es im Kreise Reichenbach, und zwar in Peterswaldau und Langenbielau, zu den Weberaufständen,deren dramatische Ereignisse der Nobelpreisträger für Literatur, der Schlesier Gerhart Hauptmann, in seinem Werk „Die Weber“ festgehalten hat. Seinen polnischen Namen hat Reichenbach nach dem Bienenvater Dr. Johannes Dzierzon bekommen, der zwar einen polnischen Namen hat, aber ein Deutscher war. Alle seine wissenschaftlichen Untersuchungen veröffentlichte er in Deutsch.

Städteurlaub in Schlesien - Kamenz , Strehlen, Landeshut und Freiburg

Kamenz ( von Penkendorf ca. 45 km )
ist zwar nur ein Dorf, aber bekannt wegen seines ehemals äußerst repräsentativen Schlosses, welches die Prinzessin Marianne der Niederlande und ihr Ehemann Prinz Albrecht von Preußen in historisierender englischer Gotik im 19. Jh. hier bauen ließen. Von den Dorfbewohnern wurde das Schloß allerdings oft respektlos „die umgestülpte Kommode“ genannt. Als Ende des II. Weltkrieges die Russen kamen, raubten sie das Schloß völlig aus, schickten das Beutegut mit einer stattlichen Anzahl von Lastwagen in die Sowjetunion und zündeten das Schloß an.

Strehlen ( von Penkendorf ca. 45 km )
ist die Stadt, in der 1854 Paul Ehrlich geboren wurde. Er entwickelte ein hervorragendes Verfahren zum Nachweis von Tuberkelbakterien, war Mitarbeiter Robert Kochs und wurde 1899 Direktor des Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt am Main. Er gilt als der Vater der Immunitätslehre, und der angesehenste medizinische Preis in Deutschland trägt seinen Namen. Im Jahre 1908 erhielt er den Nobelpreis für Medizin. Stets angenehm bescheiden auftretend, verleugnete er doch nie seine schlesische Herkunft. Wurde er von jemandem gegrüßt, antwortete er immer auf Schlesisch: „´n Tag ock!“ Übrigens: „ock“ ist eine beliebte Redepartikel des Schlesiers und bedeutet soviel wie „nur, bloß, doch“, wird also gerne gebraucht zur Verstärkung des Gesagten.
In Strehlen gibt es die Klosterkirche Heilig Kreuz und die ev. Michaelskirche. Strehlen besitzt neben Striegau die reichsten Granitbrüche Europas, deren Material zum Bau des Brandenburger Tores in Berlin verwendet wurde.

Landeshut ( von Penkendorf ca. 45 km )
ist die Stadt, in der 1732 Carl Gotthard Langhans geboren wurde. Als er 4 Jahre alt war, zog die Familie nach Schweidnitz, wo er die Kindheit und Jugend verbrachte. Er wurde später ein berühmter Baumeister und schuf unter anderem das Brandenburger Tor in Berlin. Das Material dazu stammt übrigens auch aus Schlesien und zwar aus den Steinbrüchen, die sich von Striegau bis Strehlen hinziehen.
Beachtenswert sind die barocke Gnadenkirche Zur Hl. Dreifaltigkeit, die kathol. Pfarrkirche St. Peter und Paul sowie das Rathaus. Hier gab es Anfang der 90-er Jahre des 20. Jahrhunderts eine Rauferei zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen, weil die Polen es nicht wahrhaben wollten, daß Landeshut eine deutsche Stadt ist. Der Reichsadler und die Jahreszahl vom Beginn des 20. Jh.belegen dies. Ob dieses Rathaus wohl inzwischen auch zwangspolonisiert ist?

Freiburg ( von Penkendorf ca. 20 km )
hat ein schönes Rathaus, die kath. Kirche St. Nikolaus und eine ev. Kirche. Die Stadt wurde wahrscheinlich durch deutsche Siedler aus Freiburg an der Unstrut um 1228 gegründet. Freiburg hatte auch bis zur Vertreibung eine bedeutende Uhrenindustrie ( Fa.Becker ).